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Dan Sambra / Administrator

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Thursday, August 1st 2013, 4:19pm

1786: Die Festung Varna, Wenzel von Brognard

1786: Varna
Source: 1786: Wenzel von Brognard - Berichte, Das Schwarze Meer

Quoted from "Über_die_Fortifications_Werke..."

Der Siebente feste Platz und Hauptort der ganzen
1786: Festung Varna, Beylage III
westlichen Küste des Schwarzen Meeres ist Varna, an dessen Südseite nach Ausweis der Tab. III dicht an der See ein ungleichseitiges fortificirtes Polygon A. liegt, das in den Krümmungs ecken der äusseren Rundung mit fünf grösseren B‚ C. D. E. F. und acht kleineren Thürmen G. H. I. K. L. M. N. O, besetzt ist, die über die Communicationsmauern sowohl im Grunde als an der Höhe hervorragen.

Gegen die nördliche Landseite ist selbes mit einem Graben P. umfasst, der an der Ausserwand mit einer Art bedekten Weeg und auf Schusscharten eingeschnittenen Mauern Q umzogen ist, die nicht mehr als etwa 9 Schuhe von der Erde erhoben sind, und in schlecht erhaltenen Baustand sich befinden.

Die Mauern des Polygons hiegegen sind noch ziemlich gut, wenigstens 4 Klafter hoch, und an der Ziennen, wie die Grabenwände, ausgezurkt.

Der einzige Eingang in die Festung, welche blos von Türken bewohnt wird, ist an der Ostseite R.‚ und führet von selben eine Hauptstrasse gegen Westen auf den Moschee Platz S.‚ und eine andere nach Nordost an die kleinere in der Festung eingeschlossene Citadelle T., worin - nach Aussage der Türken – die Pulvermagazine sich befinden sollen.

Allein diese Gitadelle, so wie die ganze übrige Festung ist von der beynahe anstossenden Erdhöhe U. vollkommen dominirt, und kann sich daher unmöglich halten, sobald man dahin gelangt diesen Hügel zu besetzen.

Die Avenuen aber sind von keiner Seite leicht. Bey der westlichen Seeküste anzufangen bis fast vollkommen gegen Osten ist der Terrein sehr uneben und die Passage mittels Besetzung einiger Anhöhen leicht zu erschweren; von der Silistrierseite Z. hingegen ergiessen sich die dem Bescheine nach unbedeutenden Wässer Defne sui und Varna sui W. so weit in die flachen Thalgegenden, dass sie öfters für sich allein schon schwer zu passiren sind, und noch über diess Moräste und Seen X zurücklassen, welche stundenweite Bezirke einnehmen.

Endlichen ist auch die Stadt selbst noch eine weesentliche Erschwerung des Zugangs, indem selbe so dicht an die Fortifications Mauern gebaut, mit zo schmalen Gassen durchgeschnitten ist, und so weit sich in das rückwärtige Feld sich ausbreitet, dass man sie bey dem Anmarsch einer Truppe platterdings vor sich her abbrennen muss, um eine gradmässige Position nehmen zu können.

Diese von Natur glückliche Lage mag auch die Hauptursache seyn, warum die Russen in allen bisherigen Kriegen so wenig Vergnügliches gegen Varna ausgerichtet, ob sie gleich fast jedesmal beynahe bis an die Vorstädte gestreift haben.

Allein zu künftiger Hindanhaltung auch derley Streifereyn ist gleich nach geschlossenem Frieden von 1779 auf eine fortificirte Umzinglung der ganzen Stadt angetragen worden, und da die Pforte, nach ihrem gewöhnlichen System die Jdee sogleich gebilliget, aber die zur Ausführung erforderlichen Summen vorzuschiessen immer verschoben hat, wurde von den Einwohnern der Stadt selbst zu dem Bau und Unterhalt einer ordentlichen Cificumvallations Linie eine eigene Auflage bewilliget, und innerhalb drey Jahren das Werk vollkommen hergestellt.

Diese Defensionslinie bestehet in einer Reihe 6
1786: Festung Varna, Detail
Schuh-hoher Pallisadepfählen, die in geradlinigten ausgebogenen Winkeln rund um die Stadt mit ihren Vorstädten läuft, und, wie der Profilriss Tab. fig. A. zeiget, von aussen mit einem kleinen nur etwa drey Schuh breiten Graben, von innen aber mit einem niederen von der ausgegraberen Erde formirten Damme eingefasst ist.

Jn den eingebogenen Ecken a. d. f. befinden sich halbmondartigen Batterien von Erde, wovon der Durchschnitt Tab. fig. B. zu sehen, und aus welchen die divergirenden Winkellinien bequem bestrichen werden können.

Drey solche halbe Monde g. h. i. stehen auch vor den Courtinen der Seeseite F. M. L. E., und um den Ueberrest der Stadt sind 21 derley Batterien aufgeworfen, deren eine von der anderen zwischen 7 und 800 Schritte entfernt liegt. (Jn dem Plane sind diese Diestanzen kleiner ausgewiesen; dies geschah aber nur um das Volume der Karte nicht überllüssig zu vergrössern).

Die Linie selbst läuft von dem westlichen Eingang der Stadt neben dem Manthhause k. bis an die Schanze Y. Welche nur von Erde errichtet, mit Flechtwerk eingezäumet, und auf 12 Kanonen eingeschnitten ist, die unter einem auch zur Vertheidigung der Hafen Buchte dienen. Von dort sind die Pallisaden bis an den nahen See X. gezogen, der sich bey einer halben Stunde Wegs nordostwärts erstreckt, und von dessen nördlichen Ecke die Pallisadenlinie sich rund um die Stadt bis an dem Wasserthurm C. krümt, der an der Ostseite des Polygons, ganz nahe am Meer, auf dem sich schon allmählig erhebenden Terrein stehet, und. neben welchem eine kleine Stiege l. die Communikations der Stadteinwohner mit der See erleichtert.

Aus diesem umständlichen Detail lässt sich der Werth der Fortifications Werken von Warna einigermassen beurtheilen‚ und soll ich daher - ohne in die Bemerkung einzugehen, wie sehr die Vertheidigung derselben schon durch das Uebermass ihrer eigenen Ausdehnung erschwert werde, nur diese Erinnerung noch beyfügen:

Erstens, dass die Stadt bereits seit zwei Jahren, die zur Garnirung dieser Werken erforderliche Artillerie bey der Pforte vergebens ansuche; und zweitens, dass die eigentlich türkischen Einwohner lange nicht zureichen, so viele und so weit auseinander gelegenen Werke zu besetzen; die vielen Griechen über die äusserst bedrückende Art, womit man sie vorzüglich in dortigen Gegenden behandelt, viel zu unzufrieden sind, als dass man auf selbe statthafte Rechnung machen könnte.

FB: Sambra's page #1 FB: Sambra's odds & ends Mail: dan[at]sambra[dot]org

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Thursday, August 1st 2013, 7:35pm

Hello, Dan, thank you very much for the original of this map!
It is the oldest large scale map of Varna I've ever seen.